Case Study

Automatisierte Rechnungsverarbeitung mit intelligenter Prozesssteuerung

  • Branche: B2B-Fachgroßhandel für Hygiene, medizinische Hilfsmittel, Kosmetik, Arbeitsschutz
  • Belegvolumen: Sehr hoch (skalierte Verarbeitung)
  • Anwender: Über 200 Nutzer, davon über 100 gleichzeitige Zugriffe
  • Mandantenstruktur: Unbegrenzt skalierbar
  • Archiv: Unlimitiert
  • Systemlandschaft: artner Invoice integriert in Diamant sowie vorgelagerte Warenwirtschaft
Verwendete Integrationen

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie lassen sich unterschiedliche Rechnungsarten automatisiert verarbeiten?
Durch die systemseitige Erkennung von Rechnungsmerkmalen wird automatisch entschieden, welche Verarbeitungslogik angewendet wird.

Was bedeutet intelligente Prozesssteuerung in der Rechnungsverarbeitung?
Das System steuert den Ablauf der Verarbeitung selbst, indem es Rechnungen automatisch dem passenden Prozess zuordnet.

Können Rechnungen vollständig automatisiert verbucht werden?
Ja, insbesondere bei klar strukturierten Rechnungen mit eindeutigen Abgleichsmöglichkeiten ist eine vollständige Dunkelbuchung möglich.

Wie werden Sonderfälle wie Streckenrechnungen im Prozess berücksichtigt?
Solche Rechnungen werden automatisch erkannt und direkt in einen dafür vorgesehenen Workflow überführt.

Wie lassen sich wiederkehrende Rechnungen automatisieren?
Wiederkehrende Rechnungen können serverseitig auf Basis definierter Regeln verarbeitet und automatisch verbucht werden.

Wie sich Warenrechnungen, Sonderfälle und wiederkehrende Rechnungen kontextabhängig verarbeiten lassen – von Dunkelbuchung bis dynamischer Workflow-Steuerung.

Warum standardisierte Rechnungsprozesse an ihre Grenzen stoßen

In vielen Unternehmen folgt die Rechnungsverarbeitung einem festen Ablauf. Unabhängig davon, ob es sich um eine Warenrechnung, eine Sonderkonstellation oder eine wiederkehrende Rechnung handelt, wird derselbe Prozess angewendet.

Genau hier entsteht ein strukturelles Problem. Rechnungen unterscheiden sich nicht nur im Inhalt, sondern auch in ihrer logischen Verarbeitung. Während einige Belege vollständig automatisiert verbucht werden können, erfordern andere eine abweichende Behandlung oder zusätzliche Prüfungen.

In der Praxis führt das dazu, dass Rechnungen zunächst manuell bewertet und einem passenden Prozess zugeordnet werden müssen. Diese Entscheidung wird zum Engpass – nicht die Verarbeitung selbst.

Praxisbeispiel: Hohe Skalierung trifft auf unterschiedliche Rechnungslogiken

Der betrachtete Anwendungsfall zeigt eine Umgebung mit einer großen Anzahl an Nutzern, Mandanten und Belegen. Die Rechnungsverarbeitung erfolgt innerhalb einer integrierten Systemlandschaft mit angebundenem Rechnungswesen auf Basis von Diamant.

Die Herausforderung liegt dabei weniger im Volumen als in der Vielfalt der Rechnungsarten. Unterschiedliche Belege bringen unterschiedliche Anforderungen mit sich – sowohl in der Prüfung als auch in der Weiterverarbeitung.

Ein einheitlicher Prozess würde dieser Vielfalt nicht gerecht werden. Stattdessen muss jede Rechnung so verarbeitet werden, wie es ihrem Inhalt und Kontext entspricht.

Wenn Rechnungen selbst den richtigen Prozess wählen

Der zentrale Ansatz in diesem Use Case besteht darin, die Entscheidung über den Verarbeitungsprozess nicht mehr manuell zu treffen, sondern systemseitig zu automatisieren.

Rechnungen werden nicht nur erfasst und geprüft, sondern gleichzeitig hinsichtlich ihrer Struktur und ihres Kontexts bewertet. Auf dieser Grundlage wird automatisch entschieden, welcher Verarbeitungslogik sie folgen.

Dadurch entfällt die vorgelagerte manuelle Zuordnung. Stattdessen entsteht ein dynamischer Prozess, der sich an die jeweilige Rechnung anpasst.

Unterschiedliche Rechnungsarten – unterschiedliche Verarbeitung

Die konkrete Ausprägung dieser Prozesslogik zeigt sich in der Art und Weise, wie verschiedene Rechnungen behandelt werden.

Warenrechnungen, bei denen ein Abgleich auf Positions- und Endbetragsebene möglich ist, können vollständig automatisiert verarbeitet werden. Unter Berücksichtigung definierter Toleranzen erfolgt die Verbuchung direkt im Rechnungswesen, ohne dass ein manueller Eingriff erforderlich ist.

Andere Rechnungen werden anhand spezifischer Merkmale erkannt und automatisch in einen abweichenden Prozess überführt. Dazu zählen beispielsweise Konstellationen, in denen eine Rechnung nicht dem Standardablauf folgt und eine gesonderte Behandlung notwendig ist. Ein typisches Beispiel dafür sind sogenannte Streckenrechnungen. Sie werden systemseitig identifiziert und direkt in einen dafür vorgesehenen Workflow überführt, ohne dass eine manuelle Zuordnung erforderlich ist.

Wiederkehrende Rechnungen wiederum folgen einer eigenen Logik. Sie werden serverseitig verarbeitet und auf Basis hinterlegter Regeln automatisch kontiert und verbucht, ohne dass ein manueller Touchpoint notwendig ist.

Prozessintelligenz statt Einheitsworkflow

Die eigentliche Stärke dieses Ansatzes liegt nicht in der Automatisierung einzelner Schritte, sondern in der Fähigkeit, unterschiedliche Verarbeitungslogiken parallel abzubilden.

Kontierungsinformationen können dabei bereits aus vorgelagerten Prozessen übernommen werden und fließen direkt in die Verarbeitung ein. So werden beispielsweise Informationen aus angebundenen Vorsystemen, etwa aus der Warenwirtschaft, automatisch berücksichtigt und in die Buchungslogik integriert.

Auch Abweichungen zwischen proforma basierten Informationen und finalen Rechnungen werden berücksichtigt, ohne dass der Prozess unterbrochen werden muss.

Ergänzend sorgen Funktionen wie OP-Abgleich und die Integration in den Zahllauf dafür, dass der Prozess nicht bei der Buchung endet, sondern in die nachgelagerten Abläufe übergeht.

Das Ergebnis ist kein linearer Workflow, sondern ein System, das Rechnungen kontextabhängig verarbeitet.

Was Unternehmen daraus ableiten können

Der Anwendungsfall macht deutlich, dass die größte Herausforderung in der Rechnungsverarbeitung nicht in der Automatisierung einzelner Schritte liegt, sondern in der richtigen Zuordnung von Prozessen.

Je heterogener die Rechnungslandschaft ist, desto wichtiger wird ein Ansatz, der unterschiedliche Logiken nicht vereinheitlicht, sondern gezielt abbildet. Automatisierung bedeutet in diesem Kontext nicht Standardisierung, sondern Differenzierung.

Unternehmen, die diesen Schritt gehen, reduzieren nicht nur manuellen Aufwand, sondern erhöhen gleichzeitig die Prozesssicherheit und Skalierbarkeit.

Warum intelligente Prozesssteuerung den Unterschied macht

Der eigentliche Effizienzgewinn entsteht dort, wo Entscheidungen automatisiert werden. Nicht jede Rechnung muss gleich behandelt werden – aber jede Rechnung sollte automatisch richtig behandelt werden.

Indem das System erkennt, welche Verarbeitung erforderlich ist, verschiebt sich der manuelle Eingriff vom Standardfall zur Ausnahme. Mitarbeitende greifen nur noch dort ein, wo es tatsächlich notwendig ist.

So entsteht ein Rechnungsprozess, der sich flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpasst und gleichzeitig stabil bleibt.

Sie verarbeiten unterschiedliche Rechnungsarten mit variierenden Anforderungen und Prozessen?

Dann lohnt sich ein genauer Blick auf Ihre bestehenden Abläufe. Wir zeigen Ihnen, wie sich Rechnungsverarbeitung so automatisieren lässt, dass jede Rechnung automatisch im richtigen Prozess landet.

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