Case Study

Eine Vollzeitstelle freigesetzt – weil der Rechnungsprozess mitarbeitet

  • Branche: Sozialwirtschaft
  • Belegvolumen: über 25.000 Eingangsrechnungen pro Jahr
  • Anwender: über 125
  • Mandantenstruktur: unbegrenzt
  • Systemlandschaft: Wechsel des Rechnungswesens ohne Veränderung des Workflows möglich
Verwendete Integrationen

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie kann durch automatisierte Rechnungsverarbeitung eine Vollzeitstelle freigesetzt werden?
Durch die Kombination aus Automatisierung wiederkehrender Aufgaben, regelbasierter Prozesssteuerung und Reduktion manueller Tätigkeiten wird der Arbeitsaufwand pro Beleg deutlich reduziert.

Welche Prozesse bieten das größte Automatisierungspotenzial?
Insbesondere wiederkehrende Rechnungen, Freigabeprozesse und die Weiterleitung von Belegen bieten hohes Potenzial für Automatisierung.

Ist dieser Ansatz auch für komplexe Organisationen geeignet?
Ja, insbesondere bei vielen Mandanten, Beteiligten und Freigabestufen entfaltet eine strukturierte Prozesslogik ihre größte Wirkung.

Warum gewachsene Rechnungsprozesse langfristig Kapazität binden

Die Verarbeitung von Eingangsrechnungen zählt in vielen Organisationen zu den stabil laufenden Kernprozessen. Abläufe sind definiert, Zuständigkeiten geklärt und die operative Abwicklung funktioniert zuverlässig. Gerade in gewachsenen Strukturen zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild: Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit wird für wiederkehrende, manuelle Tätigkeiten aufgewendet, die nur begrenzt zur Wertschöpfung beitragen. Dazu zählen insbesondere die Weiterleitung von Belegen, die manuelle Überwachung von Fristen sowie die wiederholte Bearbeitung identischer Rechnungsarten. Diese Tätigkeiten binden qualifizierte Ressourcen dauerhaft im operativen Tagesgeschäft.

Praxisbeispiel: Automatisierung im laufenden Betrieb

Dieser Use Case basiert auf einer großen Organisation im sozialen Bereich mit mehreren Einrichtungen, einer hohen Nutzerzahl und einem jährlichen Belegvolumen von rund 24.000 Rechnungen. Der digitale Rechnungsworkflow war bereits etabliert und wurde im laufenden Betrieb weiterentwickelt. Ziel war es, bestehende Abläufe nicht grundlegend zu verändern, sondern gezielt zu optimieren und zu entlasten.

Ausgangssituation: Hoher manueller Anteil im Rechnungsworkflow

Trotz eines funktionierenden digitalen Prozesses war die Rechnungsverarbeitung durch einen hohen Anteil manueller Tätigkeiten geprägt.

Insbesondere folgende Punkte führten zu zusätzlichem Aufwand:

  • wiederkehrende Rechnungen mit identischer Kontierung wurden regelmäßig neu geprüft
  • Belege mussten aktiv an zuständige Personen weitergeleitet werden
  • Fristen wurden manuell überwacht
  • Vertretungsregelungen erforderten Abstimmung im Einzelfall
  • Informationen zu Belegen mussten gezielt gesucht werden

Die Folge war eine hohe operative Belastung innerhalb der Buchhaltung, obwohl der Prozess grundsätzlich stabil lief.

Lösungsansatz: Strukturierte Prozessautomatisierung im Rechnungsworkflow

Im Mittelpunkt der Optimierung stand nicht die Einführung einzelner Funktionen, sondern die konsequente Weiterentwicklung des gesamten Prozesses hin zu einer regelbasierten Steuerung. Wiederkehrende Rechnungen werden anhand definierter Kriterien automatisch erkannt und verarbeitet. Auf dieser Basis können Schritte wie Indexierung, Prüfung und Freigabe in weiten Teilen automatisiert erfolgen. Die Buchhaltung übernimmt lediglich eine abschließende Kontrolle vor der Übergabe an das Rechnungswesen-System Microsoft Dynamics NAV. Parallel dazu wurde die Weiterleitung von Belegen systemseitig geregelt. Dokumente erreichen die zuständigen Bearbeiter automatisch auf Basis der ausgelesenen Belegdaten.

Ein integriertes Fristenmanagement stellt sicher, dass Zahlungsziele und Skontofristen nicht mehr manuell überwacht werden müssen. Eskalationsmechanismen greifen automatisch, bevor Verzögerungen entstehen.

Prozessverbesserungen im operativen Alltag

Die wesentliche Entlastung entstand durch konkrete Verbesserungen im täglichen Arbeiten:

  • Vertretungen werden systemseitig gesteuert und greifen automatisch bei Abwesenheiten
  • Fristen werden aktiv überwacht und durch Eskalationslogiken abgesichert
  • Belege sind über eine zentrale Suchfunktion jederzeit schnell verfügbar
  • Prüfer übernehmen die Vorkontierung, wodurch manuelle Nacharbeiten in der Buchhaltung reduziert werden
  • Artikelinformationen und Preise können beispielsweise im Rahmen von Inventurprozessen schnell nachvollzogen werden

Diese Maßnahmen reduzieren den Aufwand pro Beleg nur in geringem Umfang, entfalten jedoch über das gesamte Belegvolumen hinweg eine erhebliche Wirkung.

KPI-Logik & messbare Ergebnisse

Die Wirkung der Prozessoptimierung zeigt sich in klar nachvollziehbaren Ergebnissen:

  • 24.000 Belege pro Jahr werden effizient verarbeitet
  • 130 Anwender arbeiten innerhalb eines stabilen, strukturierten Workflows
  • Fristen werden zuverlässig eingehalten und Skontoverluste reduziert
  • Vertretungen funktionieren ohne zusätzlichen Abstimmungsaufwand

Der entscheidende Effekt liegt jedoch in der freigesetzten Kapazität:

Eine vollständige Vollzeitstelle konnte aus der operativen Rechnungsverarbeitung herausgelöst und für qualifiziertere Aufgaben eingesetzt werden.

Automatisierungsfunktionen im Einsatz

Zur Unterstützung der Prozessautomatisierung werden unter anderem folgende Funktionen eingesetzt:

  • Automatik-Prüfung für wiederkehrende Rechnungen
  • Automatische Weiterleitung (Auto Forward)
  • E-Rechnungsverarbeitung für XRechnung und ZUGFeRD
  • Debitorische Buchungen innerhalb des Workflows
  • Mobile Freigaben über die Business Center App
  • Erweitertes Aufgabenmanagement mit Eskalation, Rechteverwaltung und Vertreterregelung

Diese Funktionen greifen ineinander und ermöglichen eine durchgängige Prozesssteuerung.

Warum automatisierte Rechnungsprozesse mehr als Effizienz schaffen

Dieser Anwendungsfall zeigt, dass Automatisierung im Rechnungswesen nicht nur zur Beschleunigung von Abläufen beiträgt. Durch eine klare Prozesslogik und systemseitige Steuerung entsteht vor allem eines: Entlastung im operativen Alltag.

Gerade in Organisationen mit hoher Belegmenge, komplexen Strukturen und begrenzten personellen Ressourcen wird Automatisierung damit zu einem entscheidenden Hebel für nachhaltige Prozessstabilität und Kapazitätsgewinn.

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