Praxis im Fokus: E-Rechnungspflicht: Was Unternehmen jetzt sinnvoll vorbereiten sollten

Best Practice
January 12, 2026

Auch wenn die Pflichten stufenweise greifen, lohnt sich eine strukturierte Vorbereitung. Der Beitrag zeigt, wie Unternehmen ihre Prozesse vorausschauend einordnen können.

Inhaltsangabe

Die E-Rechnungspflicht entfaltet ihre Wirkung schrittweise. Dieser Beitrag ordnet ein, warum Vorbereitung sinnvoll ist, welche Bereiche betroffen sind und weshalb die kommende Ausstellungspflicht ab 2027 den Rahmen nachhaltig verändert.

Die E-Rechnungspflicht ist für viele Unternehmen kein neues Thema mehr. Die gesetzlichen Grundlagen sind bekannt, die Empfangspflicht gilt seit 2025. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass der konkrete Anpassungsbedarf sehr unterschiedlich ausfällt. In manchen Unternehmen sind bereits strukturierte elektronische Rechnungen Teil des Alltags, in anderen spielt das Thema bislang kaum eine operative Rolle.

Vorbereitung bedeutet in diesem Kontext nicht, sofort alle Prozesse umzustellen. Vielmehr geht es darum, Klarheit zu schaffen: über bestehende Abläufe, über Zuständigkeiten und darüber, wie gut das eigene Unternehmen auf künftige Entwicklungen vorbereitet ist.

Vorbereitung bedeutet Klarheit, nicht Aktionismus

Unternehmen handeln in der Regel pragmatisch. Solange Prozesse funktionieren und gesetzliche Anforderungen eingehalten werden, besteht kein Anlass für grundlegende Veränderungen. Dieses Vorgehen ist rational und wirtschaftlich sinnvoll.

Die E-Rechnungspflicht folgt dieser Logik. Sie entfaltet ihre Wirkung schrittweise und wird häufig erst dann konkret, wenn neue Rechnungsformate tatsächlich im Tagesgeschäft ankommen. Vorbereitung heißt daher nicht, einem abstrakten Szenario vorzugreifen, sondern sich strukturiert mit der eigenen Ausgangssituation auseinanderzusetzen.

Was „Vorbereitung“ im Kontext der E-Rechnungspflicht bedeutet

Vorbereitung wird häufig mit umfangreichen Projekten oder technischen Umstellungen gleichgesetzt. Im Zusammenhang mit der E-Rechnungspflicht greift diese Vorstellung jedoch zu kurz.

Im Kern geht es darum, Transparenz über bestehende Abläufe zu gewinnen. Wie werden Rechnungen heute empfangen, geprüft, freigegeben und archiviert? Welche Bereiche sind beteiligt, und wo bestehen Schnittstellen? Diese Fragen lassen sich unabhängig von konkreten Formaten beantworten und bilden die Grundlage für jede weitere Entscheidung.

Die drei Vorbereitungsfelder, die in nahezu jedem Unternehmen relevant sind

In der Praxis zeigen sich drei Bereiche, die im Zusammenhang mit der E-Rechnungspflicht besonders relevant sind.

Zum einen betrifft dies die Prozesssicht. Der Rechnungseingang ist selten ein isolierter Schritt, sondern Teil eines zusammenhängenden Ablaufs. Von der Entgegennahme über die Prüfung bis zur Buchung greifen mehrere Tätigkeiten ineinander. Vorbereitung bedeutet hier, diese Abläufe bewusst zu betrachten und mögliche Medienbrüche zu erkennen.

Ein zweiter Aspekt sind Verantwortung und Zusammenarbeit. In vielen Unternehmen sind mehrere Bereiche in den Rechnungseingang eingebunden. Klare Zuständigkeiten und ein abgestimmtes Zusammenspiel erleichtern den Umgang mit neuen Anforderungen erheblich.

Der dritte Bereich betrifft Dokumentation und Aufbewahrung. Unabhängig vom Rechnungsformat müssen Belege nachvollziehbar archiviert und prüfbar vorgehalten werden. Auch hier lohnt es sich, bestehende Regelungen zu überprüfen und bei Bedarf zu präzisieren.

Warum die kommende Ausstellungspflicht ab 2027 den Rahmen verändert

Auch wenn viele Unternehmen aktuell noch wenige oder keine E-Rechnungen erhalten, handelt es sich dabei um eine Momentaufnahme. Mit der schrittweisen Einführung der Ausstellungspflicht ab 2027 wird sich der Rahmen grundlegend verändern.

Ab diesem Zeitpunkt wird der Versand von E-Rechnungen im inländischen B2B-Bereich zum Regelfall. Damit steigt zwangsläufig auch die Zahl der Unternehmen, die strukturierte elektronische Rechnungen empfangen – unabhängig davon, ob sie sich heute bereits aktiv mit dem Thema befassen oder nicht.

Diese Entwicklung ist absehbar und bietet einen verlässlichen Planungshorizont. Vorbereitung bedeutet in diesem Zusammenhang, nicht erst auf konkrete operative Herausforderungen zu reagieren, sondern sich frühzeitig mit den eigenen Prozessen auseinanderzusetzen.

Wie Unternehmen pragmatisch mit der Vorbereitung beginnen können

Ein sinnvoller Einstieg in die Vorbereitung beginnt mit einer realistischen Bestandsaufnahme. Dabei geht es nicht um Vollständigkeit, sondern um ein klares Bild der heutigen Abläufe. Auf dieser Basis lassen sich Prioritäten setzen, etwa dort, wo Anpassungen voraussichtlich den größten Nutzen bringen.

Kleine, kontrollierte Schritte haben sich dabei bewährt. Statt umfassender Umstellungen können einzelne Abläufe überprüft und schrittweise weiterentwickelt werden. Vorbereitung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess, der sich an den tatsächlichen Anforderungen orientiert.

Was Vorbereitung gut leistet – auch über die Empfangspflicht hinaus

Eine strukturierte Vorbereitung auf die E-Rechnungspflicht wirkt sich nicht nur auf den Umgang mit elektronischen Rechnungen aus. Sie schafft insgesamt mehr Klarheit in den Abläufen, verbessert die Abstimmung zwischen beteiligten Bereichen und reduziert Reibungsverluste im Tagesgeschäft.

Gleichzeitig entsteht eine solide Grundlage für kommende Pflichten. Unternehmen, die ihre Prozesse bewusst gestalten, sind besser in der Lage, auf neue Anforderungen zu reagieren – unabhängig davon, wann diese konkret greifen.

Fazit: Vorbereitung schafft Handlungssicherheit – heute und mit Blick auf 2027

Die E-Rechnungspflicht ist bereits Teil des unternehmerischen Alltags, ihre praktische Relevanz zeigt sich jedoch je nach Unternehmen unterschiedlich. Die kommende Ausstellungspflicht ab 2027 macht deutlich, dass strukturierte elektronische Rechnungen künftig zum Regelfall werden.

Unternehmen, die sich jetzt bewusst vorbereiten, handeln vorausschauend. Sie schaffen Klarheit über ihre Abläufe, gewinnen Planungssicherheit und sind gut aufgestellt, um künftige Anforderungen ohne Zeitdruck umzusetzen.

E-Rechnungspflicht: Vorbereitung auf einen Blick

  • Überblick über bestehende Rechnungseingangsprozesse gewinnen
  • Verantwortlichkeiten und Schnittstellen klar einordnen
  • Verarbeitung und Archivierung nachvollziehbar gestalten
  • Mit Blick auf die Ausstellungspflicht ab 2027 vorausschauend priorisieren

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